Aufgewühlte Stimmung gestern am 1. Juni im Haus der Begegnung, im Hansson Zentrum Favoriten.
Viele betroffene Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Stadt Wien (MA 21B-Stadtplanung) gefolgt um endlich über geplante Vorhaben in Rothneusiedl informiert zu werden. In ihrem Flyer lud die Stadt Wien zu einem „Dialog mit der Bevölkerung über die Entwicklungsideen für Rothneusiedl“ und startete auch eine Befragung zu den Wünschen der Bevölkerung. Diese Wünsche sollten an diesem Abend präsentiert, diskutiert und weiter entwickelt werden [...]
Bürgerbeteiligung passiert leider noch nicht.
Vom angestrebten Dialog mit der Bevölkerung war wenig zu spüren. Viel mehr handelte es sich im ersten Teil der Veranstaltung um eine Belehrung der Anwesenden.
An der Notwendigkeit eines neuen Stadtteiles sei nicht zu rütteln, so die Vertreter der Stadtplanung und Bezirksvertretung, während der anschließenden Fragerunde.
Planung nach Wunsch
Doch gerade die prognostizierten Zahlen des Bevölkerungszuwachses werden von der Bürgerinitiative stark angezweifelt. Hier bedient man sich Statistiken, um Wohnbauten für die nächsten 30 bis 50 Jahre zu planen. Hier versucht man auf Teufel komm Raus 5000 Wohnungen aus dem Boden zu stampfen. Und rechtfertigt eine dichte Bebauung, die nicht ins Ortsbild passt mit einem angeblichen Grünraum, der sonst nicht zu gewährleisten wäre. Wobei dazu gesagt werden muss, dass jener Grünraum höchstwahrscheinlich nichts mehr zu tun haben wird mit der Natur, wie wir jetzt noch sie vor den Toren von Rothneusiedl kennen. Statt Felder, Wald und Tiere, werden Parkanlagen, Rasen und einige Bäumchen angeboten.
Die Erhaltung des Grünraumes steht für die Mehrheit im Vordergrund
Kein Wunder also wenn die Mehrheit der Anwesenden ihren Unmut kundtun musste. Was bedeutet es auch an Lebensqualität für alte und neue Einwohner, wenn in einem Bereich, der zwischen einer quasi Autobahn S1, der U-Bahn in Hochlage U1 und der geplanten A24 eingekesselt ist, ein neuer Stadtteil entstehen soll?
Die Ergebnisse der erfolgten Befragung, die auch an diesem Abend präsentiert wurde, untermauern deutlich die Ablehnung der Bevölkerung: Die Mehrzahl wünscht die Erhaltung des Grünraumes.
Es sollte uns ja auch zu denken geben, dass Favoriten nach wie vor zu den Schlusslichtern der Bezirke gehört, was den Grünraumanteil betrifft. Das bezeugte eine neue Studie der Wiener Umweltschutzabteilung (Quelle: Bezirkszeitung vom 5. Mai 2010). Wahr ist, dass kaum ein Bezirk in Wien so verbaut ist, wie Favoriten.
Kein Interesse an Öffentlichkeit?
In Folge sollen nun Arbeitskreise entstehen, die den betroffenen Anrainern die Möglichkeit geben mitzureden und mitzugestalten. Wie diese Arbeitskreise genau ablaufen sollen und ob die erarbeiteten Ergebnisse über den Wert von Empfehlungen hinausgehen, ist noch unklar. Warten wir es ab …